Jahrzehntelang stand Schloss Seeburg vor allem für Leerstand und Verfall. Doch hinter den historischen Mauern war zuletzt offenbar deutlich mehr Betrieb, als von außen zu erkennen war.
Am Dienstag, dem 22. September 2026, rückte die Polizei im Rahmen eines sehr umfangreichen Ermittlungsverfahrens an. Bei Durchsuchungen in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg stießen die Ermittler in Schloss Seeburg auf eine Indoor-Cannabisplantage.
Rund 600 Cannabispflanzen wurden festgestellt. Den möglichen Ertrag der Anlage schätzt die Polizei auf etwa 100 Kilogramm Cannabisblüten innerhalb von sechs bis acht Wochen. Zusätzlich wurden rund 100 Kilogramm verkaufsfertige Cannabisblüten beschlagnahmt. Der geschätzte Verkaufswert liegt laut Polizei im mittleren sechsstelligen Bereich.
Vier Männer wurden vorläufig festgenommen, drei weitere Tatverdächtige sind bislang unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Halle und der Zentrale Kriminaldienst der Polizeiinspektion Halle führen die Ermittlungen. Geprüft wird außerdem ein möglicher Verstoß wegen der Entziehung elektrischer Energie.
Die Dimension des Fundes ist erheblich. Noch am Tag nach dem Zugriff dauerten die kriminaltechnischen Arbeiten und der Abbau der Anlage an.
Ausgerechnet in einem Schloss, das über Jahre vor allem durch Stillstand auffiel, wurde also offenbar wieder produziert. Nur diesmal ging es nicht um Wein, Obst oder Landwirtschaft.
Demnächst: Der Film zum Fall
Was geschah in den Monaten vor dem Zugriff?
Wie lange wurde die Anlage betrieben? Wie konnte eine Plantage dieser Größenordnung in Schloss Seeburg entstehen? Welche Veränderungen gab es zuvor am Gebäude? Und welche Rolle spielte das Schloss innerhalb des gesamten Ermittlungsverfahrens?
Diesen Fragen gehen wir derzeit in einer größeren filmischen Recherche nach.
Der Film: „Grüne Geschäfte im Schloss Seeburg"
Die Dokumentation rekonstruiert den Polizeieinsatz, den Fund der Plantage und die Ereignisse der Monate davor. Sie verbindet aktuelle Recherche mit Hintergründen zur jüngeren Geschichte des Schlosses und geht der Frage nach, was sich tatsächlich hinter den Mauern abgespielt hat.
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